Keine Ahnung, was ich eigentlich schreiben will. Ich könnte so vieles schreiben aber die Wörter in meinem Kopf bauen sich zu keinen vernünftigen Sätzen zusammen. Es ist ein Chaos aus Wörtern, ein wildes Wort Wirrwarr. Es lässt mir keine Ruhe mehr. So viele Gedanken in meinem Kopf und ich weiß sie nicht in Worte zu fassen. Sie quälen mich und ich kann mit keinem darüber sprechen. Sie sind einfach überall, sie lassen mir keine ruhe, verfolgen mich überall hin. Sie sind überall. Immer und überall anwesend und machen mich fertig. Ich kann nicht mehr klar denken, versuche mir nur alles zusammen zu setzen weil ich mich selbst nicht mehr verstehe. Ich frage mich langsam, was mich zu dem gemacht hat, was ich bin. Wie konnte es jemals so weit kommen? Wie konnte ich das zulassen? Wie konnten meine Familie und meine Freunde das zulassen? Wie kann es sein, dass sie all die Jahre nie etwas mitbekommen haben? Wenn ich so darüber nach denke habe ich mich schon sehr früh damit befasst und nicht erst seit knapp zwei Jahren. Wenn ich da genauer drüber nach denke habe ich noch nie wirklich gerne gelebt. Habe mich schon immer gefragt wozu ich leben soll, fand mein Leben schon immer unnötig und wollte es nie. Hab noch nie gerne gelebt. Früher war es nicht so, dass ich sterben wollte, sondern eher so, dass ich mir immer wünschte ich wäre nie geboren gewesen, weil ich damals Angst vor dem Tod hatte. Ich wollte nie leben, vor allem weil mich ja keiner wollte. Fand mich eigentlich schon immer hässlich, fett und nutzlos. Ich habe ja auch noch nie das Gefühl bekommen, dass mich auch nur irgendwer liebt. Wenn man so darüber nach denkt hatte ich auch noch nie wirklich viele Freunde und wenn man noch weiter denkt sind diese Freunde auch noch alle weg. Ich meine klar: Neue sind dazu gekommen, aber ALLE meine alten Freunde sind weg und da überkommt mich die Angst, dass meine jetzigen Freunde mich nach und nach auch verlassen werden. Ich merke ja selbst, wie sie schon immer abwegiger zu mir werden und einige habe ich auch schon verloren. Da ist es bei den anderen auch nur noch eine Frage der Zeit. Zu all dem Gedanken Wirrwarr kommt dann, dass Elli krank ist. Sonst ist sie nie krank und dann, wenn ich sie brauche, ist sie nicht da. Ich hoffe sie wird ganz schnell wieder gesund. Ich will so viel mit ihr besprechen. Vielleicht schaffe ich es ja bei ihr die Wörter richtig zusammen zu setzen.
Irgendwie hatten seit Ewigkeiten keinerlei Leute Interesse an mir. Angefangen bei meiner Familie. Zuhause ist es egal was ich mache. Hier interessiert sich keiner mehr für mich und wenn es dann doch noch mal was zu sagen gibt, dann ist es grundsätzlich negative Kritik. Der einzige Grund, zu dem ich noch nützlich bin ist der, dass man seine schlechte Laune wohl ziemlich gut an mir auslassen kann. Von allen Ecken hört man nur noch, was man alles scheiße und falsch gemacht hat. Man wirft mir nur noch vor dem Kopf was ich alles verbockt habe. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann das letzte mal jemand sowas wie:''Das hast du gute gemacht.'' oder ''Ich bin stolz auf dich.'' gesagt hat. Das gab es schon verdammt lange nicht mehr. Ich wurde nur ignoriert oder angemeckert. Dazu kommt, dass mir dauernd vorgeworfen wird wie fett ich bin. Hier wird mir nur noch gesagt: ''Sag mal, hast du etwa schon wieder zu genommen?'' Baut auch auf. Ich weiß, dass ich zugenommen habe bzw. ich habe nicht abgenommen sondern mein Gewicht seit 8 Wochen gehalten. Keine Ahnung ob sie sich so an meinen Gewichtsverlust gewöhnt haben, nur weil ich in drei Monaten zehn Kilo abgenommen habe, dass sie einen Stillstand jetzt als ''fett sein'' ansehen oder so, aber das ist wirklich nicht nötig. Außerdem wird mich auch zu Hause schon gesagt, dass ich all mein Potenzial verschwende. Sie sagen ich soll mich mal wieder ein bisschen anstrengen, sagen ich soll was aus meinem Leben machen. sagen mir, dass sie sich ausruhen können und werfen mir vor, was sie mit ihren 60 Jahren schon alles geleistet haben und dass sie jetzt den ruhigen Part übernehmen können. Meine Güte, ich bin sechzehn! Was soll ich da schon groß geleistet haben? Ich bin bis jetzt doch nur zur Schule gegangen, was soll ich da groß weiteres gemacht haben? Nur weil die in ihren sechzigern hängen geblieben sind, heißt es nicht, dass es im 21. Jahrhundert genau so läuft. Die wissen ja gar nicht, was von Schülern heut zu Tage so erwartet wird. Wenn ich wirklich mal Hilfe bei Schulaufgaben brauche, weil es mir ja so oft angeboten wurden ist, heißt es nur: ''Ne sorry, das kenne ich gar nicht, davon habe ich keine Ahnung.'' Ha! Da haben wir es doch schon: Es ist etwas komplett anderes. Man kann es nicht mit früher vergleichen, aber was soll's, man hat sich dran gewöhnt immer als schlecht bezeichnet zu werden.
Kein Plan, was mit meiner Familie momentan los ist: Meine Oma kommt in letzter Zeit häufiger in mein Zimmer und setzt sich nichts sagend auf mein Bett. sitzt da und schaut mich an. Wenn ich dann frage, ob es was gibt sagt sie nein. Sie steht auf, kommt zu mir, fällt mir um den Hals und hört nicht auf. Ich sage ihr sie soll gehen aber sie hört nicht auf mich. Sie nimmt mich in den Arm und lässt nicht los. Sie klammert sich an mich und denkt gar nicht daran los zu lassen. Es dauert Ewigkeiten, bis sie wieder weg ist. Sie nervt mich nur noch,. Sie nervt, Opa nervt, meine Mutter nervt. Einfach alle nerven sie, aber vor allem Oma, weil sie nicht versteht, dass ich es nicht will. ICH HASSE ES SO! Ich hasse Körperkontakt ja sowieso schon, aber bei sowas drehe ich durch. Ich finde Menschen einfach abscheulich. Alle bis auf ein paar. Es gibt nur so fünf sechs Menschen, die ich in meiner Gegenwart wirklich zu lasse und und bei denen ich mich auch wirklich wohl fühle. Doch dies beschränkt sich auch immer mehr.