#61 JAHRESTAG NUMMER ZWEI-noch 68 Tage

Hey da draußen,
meine Laune schwankt gerade so ein wenig.
Ich hatte ein wirklich unglaublich tolles Wochenende, weil ich auf Konfi-Freizeit war und G. war auch mit. Es war wirklich ein schönes Wochenende mit ihr und wir haben auch wirklich sehr viel zusammen gemacht, das war wirklich klasse. Ich glaube mittlerweile baue ich mich zu einem kleinen Liebling auf. : )
Tut mir momentan wirklich gut. Ich freue mich schon auf das nächste mal, wenn ich sie sehe.

Heute ist tatsächlich der zweite Jahrestag. Heute vor genau zwei Jahren hat das ganze angefangen. Es war wohl schon länger so, aber vor genau zwei Jahren ist ein Ausschlag gebender Moment gewesen. Etwas so winzig kleines, höchstwahrscheinlich auch noch spaßig gemeintes, durch Alkoholkonsum zugefügtes, was mein Leben schlagartig verändert hat. Ich habe es noch so vor meinem Kopf, als wäre es erst gerade ebend passiert. Ich spüre noch alle Emotionen, genau so wie vor zwei Jahren. Schließe ich die Augen fühle ich mich noch immer gefangen in diesem Moment. Der Schock hat mich bis heute nicht los gelassen. Ich bin immer noch verstört davon und komme damit nicht einmal annähernd klar. Es ist zum wahnsinnig werden, aber das bin ich ja auch schon. Es fing alles mal so harmlos an. Zunächst war ich mir meiner Gefühle auch unbewusst, konnte sie nicht deuten. Habe mich einfach gefreut, wenn ich glücklich sein durfte aber dieses Glück wurde mir rasch genommen. So schnell wie es da war, war es auch wieder weg. Es war nach wie vor auszuhalten aber nicht mehr so schön wie anfangs. Irgendwann wandelte sich dieses Glück einfach nur noch in unsagbare Schmerzen um, bis hin zum Todeswunsch.
Mittlerweile vermisse ich einfach nur noch diese Zeit, als ich glücklich war, wenn ich diesen Namen gehört habe oder sie gesehen habe und dass es nicht so ist wie jetzt, dass ich einfach nur traurig weg schaue und nichts mehr sage. Hätte mir jemand vor zwei Jahren gesagt, wie kaputt ich einmal seien werde, hätte ich ihn nur schief angeguckt. Ich war mal das unheimlich glückliche, lebhafte Mädchen. So schien es zum mindestens. Tatsächlich war ich das schon einige Zeit eher nicht mehr glücklich, eigentlich noch nie. Das liegt an der familiären Situation, mit der ich bis heute nicht klar komme. Ich verstehe bis heute nicht, warum es so kommen musste. Ich meine klar, Gründe dafür gibt es und diese verstehe ich auch, aber warum gibt es diese Gründe? Warum tut Gott dieser Familie sowas an? Womit haben wir das verdient, womit habe ich das verdient, die, die darunter wohl am meisten leidet. Was ist, wenn ich auch so werde? Was wird dann mit meinen Kindern, wenn ich jemals welche kriegen sollte. Was ist, wenn ich auch so eine schlechte Mutter werde, was ist wenn ich meinen Kindern genau so viel Schmerzen zu füge? Was ist, wenn ich nicht für sie da sein kann. Was, wenn ich deswegen nicht Lehrerin werden kann? Was ist, wenn die jemanden wie mich nicht auf Kinder los lassen wollen, was, wenn ich die Schule deswegen verhaue und dann gar nichts habe. Was wenn, was wenn, was wenn. Mein Kopf ist voller 'was wenns'. Es ist zum durchdrehen. Ich sollte einfach schlafen.
Gute Nacht und bis morgen, schlaft schön!

(Ps, K. müsste laut einer Lehrerin morgen wieder da sein, ich hoffe es!!)

xoxo